Referenzprojekte

Aufbruch in die Zukunft

Jahre der Rezession erforderten zur Existenzsicherung der Schweizer Jugendherbergen eine gästeorientierte Neuausrichtung. Neue Strategie und neue Strukturen, Konzentration auf Kernkompetenzen, Schaffung neuer Angebote und dadurch eine Imagekorrektur brachten in kurzer Zeit den Turnaround.  Der Umsatz stieg kontinuierlich von 17.2 Mio. Franken (1995) auf 45.4 Mio. Franken (2018).

Veränderung als Chance nutzen

Als ich 1996 die Führung der Schweizer Jugendherbergen übernahm, litt die Organisation unter einem verstaubten Image als biedere Gastgeberin vor allem für Schulklassen und Weltenbummler. Im Rahmen einer umfassenden Neupositionierung mit hohen Investitionen schafften wir es, den Jugendherbergen neues Leben einzuhauchen. Wir vollzogen diverse Um- und Neubauten, verkleinerten die Zimmereinheiten und erhöhten parallel dazu den Komfort, die kulinarische Qualität sowie den Lifestyle-Faktor. Die gelungene Neuausrichtung erschloss ganz neue Gästegruppen wie Familien und Paare, die heute zu den treuen Stammgästen der modernisierten Jugendherbergen zählen.

Altes mit neuem Leben füllen

Im Bestreben, das Netzwerk der Jugendherbergen im Rahmen der Neupositionierung der Nachfrage anzupassen, hielten wir auch gezielt Ausschau nach bestehenden Liegenschaften in touristisch attraktiven Destinationen. So stiessen wir etwa in Davos und Crans-Montana auf zwei nicht mehr gebrauchte Sanatorien, oder in Burgdorf auf ein Schloss, das neue Verwendungszwecke suchte. Dank unserer Initiative konnten die Gebäude erhalten und in Jugendherbergen umfunktioniert werden. Bei den entsprechenden Umbauten wurde der Denkmalschutz in Absprache mit den Behörden selbstverständlich berücksichtigt. Letztlich profitieren vor allem die Gemeinden, da diese Häuser heute in neuem Glanz erstrahlen und wieder wirtschaftlich genutzt werden.

Ein Gewinn für alle

Die proaktive Zusammenarbeit mit den Gemeinden führte auch in anderen Fällen zu gewinnbringenden Lösungen für alle Seiten. Vor Jahren stand die Gemeinde Saas-Fee vor der Herausforderung, das öffentliche Hallenbad zu erneuern, das Geld fehlte jedoch dazu. Da die Destination für die Jugendherbergen strategisch interessant ist, setzten wir uns mit den Behörden zusammen. Die Gemeinde überliess uns Land für den Bau einer neuen Jugendherberge. Dadurch wurde ermöglicht, dass die Gemeinde das Hallenbad sanieren und zusätzlich mit einem Wellness-Bereich ergänzen konnte. Den operativen Betrieb übernahmen die Jugendherbergen. Es entstand die erste Wellness-Jugendherberge weltweit, die auch der lokalen Bevölkerung ein modernes Schwimmbad mit Wellness-Bereich bietet. Das gleiche Konzept realisieren die Jugendherbergen zurzeit auch mit der Gemeinde Laax.

Verantwortung übernehmen

Als Unternehmen und nationale Tourismusdienstleisterin mit total 570 Mitarbeitenden tragen die Schweizer Jugendherbergen eine grosse volkswirtschaftliche Verantwortung. Dieses Bewusstsein für die Gesellschaft geht über den eigenen Betrieb hinaus. So haben wir zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Stiftung «Denk an mich» viele Jugendherbergen mit baulichen Massnahmen barrierefrei gemacht, mit unserem Knowhow beim Wiederaufbau der durch das Erdbeben zerstörten Jugendherberge in Katmandu (Nepal) mitgeholfen oder in Sansibar (Tansania) die erste Jugendherberge zur Ankurbelung des lokalen Tourismus aufgebaut.

Der Branche eine Stimme geben

Die Parahotellerie mit rund 35‘000 Ferienwohnungen und Betriebe bereichert das Angebot der Schweiz und leistet mit rund 16.5 Mio. Logiernächten (1/3 des jährlichen Gesamtvolumens) einen bedeutenden Beitrag an die touristische Wertschöpfung. Mit der Gründung der Interessengemeinschaft Parahotellerie Schweiz erhielt die bewirtschaftete Parahotellerie eine starke Stimme, Qualitätsstandards wurden garantiert und die Interessen konnten gegenüber Branchenverbänden, Behörden und Politik koordiniert vertreten werden. Als Gründungsmitglied und Präsident war ich Vorstandsmitglied vom Schweizer Tourismus-Verband und hatte Einsitz in verschiedenen kantonalen und nationalen Fachgremien.